11.12.05

Eisstock und Orangenspiralen

Wien, immer noch. Im Hof des Museumsquartiers wird Eisstock gespielt, im Zelt Heiß-Alkoholisches getrunken, die Kunst wartet in den bombastischen Gebäuden. Ein archaischer Monolith mit Schießscharten-Fenstern das Museum für moderne Kunst. In den Shops wird die Kunstrepoduktion verkauft. Wieder Knistern und Klimpern. Die „Cuisine digitale“ macht Ernst. Sie existiert nur virtuell anscheinend. Von der Photo-Ausstellung, von jungen Photo-Kunst-SchülerInnen aus Ljubljana glaube ich, beeindrucken zwei Exponate und leider habe ich die Namen schon vergessen. Das eine – „Bettfunktion - eine Studie von Polarität und Rhythmus anhand eines Funktions-Betts, neun oder zwölf Aufnahmen - die Erinnerung ist kein Photoapparat daher ungenau – neun oder zwölf also, neben- und untereinandeer angeordnet zu einem spannenden Ensemble, diese Bett-Kommode jedenfalls, eingeklappt, ausgezogen, Türen geöffnet und geschlossen, blau und rot ausgelegt, mit und ohne Büchern, in jedem Bild eine Polarität, vertikal oder horizontal, aber auch eine Begegnung.
Das andere ein Werk zum Thema Essen. Eine Aufgabe, die der Professor stellte und die Schülerin mit Humor und Hintersinn erfüllte. Ein Tisch, darauf ein Stapel Teller, sehr hoch, dahinter vermutlich ein Mann, zu sehen nur seine nackten Schultern, Arme und Hände, die rechts und links vom Tellerstapel auf dem Tisch liegen. Daneben ein Photo mit demsleben Herrn mit etwas anderer Armstellung und einem Hemden-/Krawattenstapel, daneben ähnlich arrangiert ein Bücherstapel, und zuletzt ein kunstvoll, labyrinthisch arrangierter Zigarettenschachtel-Stapel, rechts daneben (im Bild, links von außen und Gegenüber betrachtet) ein einziger nackter Arm und eine merkwürdig gebogene Hand auf der Tischplatte, als käme sie direkt aus dem Zigarettenschachtelturm, große Heiterkeit erfasst mich, Lachen, endlich einmal an diesem turbulenten Tag.
Ach ja, zwei Werke noch. Einmal Nahaufnahme Früchte und Haut, wobei die Orangenspirale aus einem Bauchnabel kommend noch am frischesten wirkt. und das andere, Mini-Foto-Romanzas, eine Dame, die fast in einem Briefkastenschlitz verschwindet, weil ER, wie der zugehörige rote Text verrät, ihr seit vielen Wochen nicht mehr geschrieben hat!Wobei wahrscheinlich das ganze Photo der Text ist, korrekt gesagt, zusammengesetzt aus Sprache und Bild. Wie das Photo daneben, dieselbe Dame im flammend roten Kleid auf einer in Graustufen verwandelten Straße, der Text pardon der sprachliche Anteil ist mir entfallen, es war irgendetwas mit lovely, eine Prinzessin auf der Straße irgendwie, gelandet von irgendwoher. Hätte ich mir nur die Namen der PhotographInnen gemerkt.

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