17.8.13

Locarno66: Melancholie


Am anderen Ufer, gegenüber von Locarno, ist erstmals eine gewissen Melancholie im Geflüster der Wellen zu hören, eine Spur von Abgesang: der Sommer schleicht sich unendlich langsam, langsam davon. (Vielleicht hätten wir Yuan Fang doch zu Ende schauen sollen). Morgens liegt der kleine Strand leer, nur Steine mit glänzendem Glimmer, Holzskultpuren, die angeschwemmt wurden beim letzten Gewitter. Der See murmelt und schäumt in unendlichen Variationen ans Ufer, ob die ständige Bewegung ihm von Natur zu eigen ist oder ob die wenigen Schiffe und Boote die Ausbreitung der Wellen verursachen , ist unklar. Das Wasser aber so klar, dass man bis auf den Grund sieht. Hätte ich eine Kamera würde ich (offensichtlich doch inspiriert durch Zhengfan Yang) filmen, wie die kleinen Wellen sanft am steinigen Strand auslaufen, in immer neuen Formen und Flüstertönen. Im Hintergrund Schiffsmotorlärm. Und folgerichtig: Ein Schiff legt am Steg an, niemand steigt aus, niemand steigt ein. Das Schiff legt ab, es fährt davon.

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