26.6.11

Bachwoche hgw: Gubaidulina

Es ist wirklich erstaunlich, was man zu hören bekommt in Greifswald, am Ende der Welt. Das Gubaidulina-Konzert im Dom Auferstehung Jesu Christi nach Johannes am Samstagabend war großartig, bewegend, kathartisch (Leitung Modeß, Orgel: Schneider, Violine: Adorján, Sopran: Maier (wunderbar!), Tenor: Ginzel, Happel: Bariton, Griepentrog: Bass (bewegend), greifvocal, Greifswalder Domchor, Philharmonsiches Orchester Vorpommern, Orchester der Greifswalder Bachwoche, alle zusammen phantastisch).
Das Programmheft hat nicht übertrieben. "Die Schönheit und musikalische wie gedankliche Wucht" des Werkes - und der Aufführung - war umwerfend: Auflösung und Erlösung. Und die Welt ist Chaos und es ist gut. Über das Konzert zu schreiben ist ohne Fachwissen unmöglich. Über die Wirkung dieser Musik zu schreiben ist fast genau so unmöglich. Als Laie wird man von der Komplexität der Musik, dem Zusammenspiel von Orchester, Solisten und Chor schier aufgelöst, fällt diesem wunderbaren Chaos anheim und wird durch den Schlusschor wieder ganz. Kaum beschreibbar, wie die Seele berührt wird, wie jeder Klang überrascht, wie eine herrliche Dissonanz alles durcheinander wirbelt, wie der Chor alles wieder zusammenführt. So viel Schönheit.
Keine gute Idee, danach ins Konzert Nr. 21 zu gehen. Meister bei der Arbeit, aber nach der Auferstehung scheint alles zu harmonisch, zu zahm. Und wir beneiden die Studierenden der Kirchenmusik, die das Gubaidulina Konzert wahrscheinlich in allen Details erfasst haben. Aber auch wir werden in aller Unwissenheit den himmlischen Klang dieses Konzerts noch eine ganze Weile mit uns herumtragen, jetzt, wo wir nach der Auflösung wieder ganz sind.

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