22.12.05

Weitblick

Ah, die Sicht vom Dom! Freier Blick bis zum blitzblauen Bodden, die Häuser unten wie Spielzug unter dem Weihnachtsbaum, da oben kann man Freiheit atmen! Der Wind bläst um die Nase, die Sonne blendet den ohnehin schon von soviel Schönheit geblendeten Blick, das Herz wird weit. Das Philologische Seminar ist auf die ihm zustehende Größe geschrumpft, das alte Unigebäude liegt friedlich und zeitlos da, rot und still, alles da unten verliert seine Wichtigkeit, außer dem Haus, in dem ich wohne und dem Nachbarhaus, das viel älter und abgeblätterter und schöner ist als das unsre zu glattem Grau renovierte, prächtig sieht’s aus von hier oben, wie eins mit der alten Schule, die kleine Welt um den Dom herum wird weit jetzt, die Häuser des Marktplatzes, St. Nikolai, die Marienkirche nur Wegmarken in die Weite oder zum Bodden, ach, hier oben leuchtet alles, ist so unsagbar schön, da fliegen die Wünsche von überallher, das Unmögliche, das Leichte, das Bodenlose, das Himmelnahe und man träumt augenblicklich: ein Wunder möge geschehn!

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