5.10.05

Die Algenkränze der Seejungfrauen

Die Blätter der Bäume flirren am Morgen im hellen Sonnenlicht, am Boden glänzen glatte Kastanien, in den Straßen die Luft schmeckt wie Champagner oder vielleicht wie Rotkäppchen Sekt, trocken. Die Zeit räkelt sich auf den sonnigen Parkbänken, legt sich vor dem Pommerschen Landesmuseum im geschützten Garten auf die faule Haut, bereitet sich vor auf den Winterschlaf. Aber noch ist goldener Herbst, der Strand von Lubmin schwingt sich in weitem Bogen am Meer entlang wie der Neumond am Himmel. Meer es sieht aus wie Meer in kleinen schäumenden Wellen läuft es an den Strand, ist doch der Bodden nur aber egal, abends geht das Wasser an Land und spaziert über den Sand, leckt die Spuren glatt.

Die Algenkränze
der Seejungfraun am Strand – als
Brautgabe Federn

Blau blau nichts als blau bis die Sonne herabsinkt ganz langsam, bis sie ihr himmlisches Licht in Orangegold verwandelt und

Der Strandhafer glänzt
golden im Abendlicht – das
Boot schläft auf dem Sand

bis der Himmel in rosa und violett sich verströmt, bis er nachtblau, blau die Lampen im Elisenpark auf dem Parkplatz wobei der Elisenpark nichts als ein Einkaufspark überall die schönen unerschwinglichen Waren die

Verdunklungsrollos
in Nachtblau lässt der Abend
herab – wir schlafen ein

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