3.4.06

Totale Finsternins in Greifswald

Plötzlich geht das Licht aus im Haus und draußen beginnt ein unerklärbares Flackern. Die Lichter in allen Häusern sind ausgegangen, dafür bietet der Himmel ein ungeheures Lichtspektakel, es ist taghell, wir sehen die Wolken ziehen dort oben und mittendrein blinkt es und blitzt und blinkt und blitzt und es will gar nicht mehr aufhören, ein gigantisches Leuchten ist das, während drunten in den Straßen und Häusern tiefste Finsternis herrscht um Mitternacht. Und dann Finsternis auch am Himmel, in der ganzen Stadt, und Angst.
Gedanken an die Zerbrechlickkeit der Zivilisation. Gedanken an den Weltuntergang. So wird es sein. Wie im Film. Und wir mittendrin. Doch eine Lüge, dass der Untergang hier 100 Jahre später kommt. Gedanken ans Atomkraftwerk. Geschlossen seit Jahren, gut. Und die Richtung dieses gigantischen Flackerns stimmt nicht: Lubmin liegt woanders. Chemiewerke haben wir auch keine. Wie schön, in einer Gegend ohne Industrie zu leben. Müssen wohl die Elektrizitätswerke gewesen sein.
Man erholt sich bei Kerzenlicht im Gespräch mit den übrigen Hausbewohnern.

Nur eine Stunde später wird Licht. Aufatmen. Dankbarkeit.

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