12.12.08

Greifswald umnebelt

Wer im umnebelten Greifswald noch nicht genügend depressiv geworden ist, dem sei wärmstens ein Ausflug aufs Land empfohlen. Wind, Nebel, freie Felder, graue Herrenhäuser, leere Dorfstraßen. Wo sonst noch kann man sich so ungestört der Melancholie und dem Ennui hingeben wie in den kleinen verlassenen Parks grauer Landschlösschen? Wo sonst kann man so enge Freundschaft mit der Einsamkeit schließen? Wo sonst begegnet einem in den Dörfern kein lebender Mensch?
Man braucht nicht zu befürchten, angesprochen oder sonstwie mit Worten belästigt zu werden. Die Katzen reden nicht.
Die Zeit kreist wie eine Zeitlupenschleife, die man verlassen müsste, um in die Zukunft zu springen. Aber das Zentrum der Zeitacht, der Punkt, an dem Vergangenheit und Zukunft sich kreuzen, ist nicht zu finden in diesen Wintertagen, in denen die Fremden einsam durch die pommerschen Alleen wandern ...

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