23.6.06

Sakrileg

Kein schöner Abend. Dan Brown ist der schlampigen Recherche überführt. Mit Kenntnis und Witz von Dr. Jürgen Spieß, dem Leiter des Instituts für Glaube und Wissenschaft. Fakt oder Fiktion? „Sakrileg“ aus der Sicht eines Historikers. Der Objektivität der historischen Quellenforschung im vollen Hörsaal wurde volle Aufmerksamkeit zuteil. Ich wusste gar nicht, dass das möglich ist. Stumm lauschende StudentInnen. Tja, wenn einer wirklich was Interessantes zu sagen hat und den Vortrag mit so trockenem Humor beginnt.... so wissen wir jetzt also alle, dass in den Qumran-Rollen das Wort Jesus nicht vorkommt, dass Konstantin keine Evangelien oder Briefe verbrannt hat und möglicherweise überzeugter Christ war, dass es keinen historisch fundierten Hinweis darauf gibt, dass Jesus mit Maria Magdalena verheiratet oder sonstwie vereinigt war und dass er durch seine Küsse auf den Mund von Magdalena (und auch der Apostel) lediglich (gnostisches ?) Wissen oder Weisheit weitergegeben hat. Schade. Die andere Story – die von Dan Brown und seinen Vorbildern - war irgendwie besser.
Und wie meinte Herr Spieß: er sehe den Anfang / Vorspann des Romans, der Fakten und Wahrheit beschwört, als Teil der Fiktion. Und die ist immer spannender als die Wahrheit – das sagte nicht Spieß, das sage ich. Und was heißt schon Wahrheit ....

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