10.1.10

schneesonntag

tropfenmuster an den fensterscheiben, sie lösen sich nicht. Ich vermag den text nicht zu entziffern, mir fehlt die richtige lesekompenz. dasselbe gilt für den schnee. dass der sturm die silben verwirbelt hat, macht die sache nicht besser. jedes kristall ein morphemhauch, zusammen legen sie sich zum großen wortatem. weißes linnen aus flüchtigen fäden gewoben. der nordpol ist ganz nah. man merkt’s an den gefrorenen herzen. im schneeweißen gedicht der trauerweide sitzt ein schwarzer schlusspunkt. wächter mit rabenherz. ich befürchte das schlimmste: er ist ein bote. ich wünschte ich hätte herrn adamson nicht gelesen.

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