21.11.09

Polenmarkt: Jazz-Konzert Marcin & Bartlomiej Brat Oles

Das Konzert dre Zwillingsbrüder im Café Koeppen war/ist fulminant, auch wenn man es nicht in der ersten oder zweiten Reihe genießen sollte. Der Anfang war sehr lyrisch, phantasievoller, zeitgenössischer Jazz mit minimalistischen Anklängen. Kontrabass und Schlagzeug, ein ungewöhnliches Duo, eine außergewöhnliche Art der Improvisation. Am Anfang glaubte man den Wind zu hören oder sonst eine Naturerscheinung, womöglich sogar irgendwo „da draußen“, einfach toll, schräg, der Kontrabass (Marcin Oles), mit dem Bogen gestrichen, erinnerte in manchen Momenten fast an elektronische Musik, dann wieder klang er geradezu wie eine Pferdekopfgeige, im nächsten Moment wieder so, wie man den Jazz-Kontrabass kennt. Faszinierend, eindringlich und dissonant, ja bewegend.
Bartlomiej Brat Oles (Schlagzeug) spielte fast mit der Energie eines Paolo Ventaccia, mit einem unheimlichen Tempo an den Becken (rechte Hand), während er mit den Füßen und der linken Hand weitere Kunststücke vollbrachte. Was sich die Zuhörerin gewünscht hätte: ab und an mehr vom minimalistischen Stil des Kontrabassisten, und mehr Soli des Kontrabassisten.
Die geballte Energie des Schlagzeugers war beeindruckend, sein Spiel war auch sehr differenziert, phantasievoll, aber der hier Schreibenden fällt jetzt der Klischee-Satz ein: Weniger wäre mehr gewesen, wenigstens ab und zu. Das Publikum applaudierte begeistert, es erging wohl nicht allen so, nur den mit den zarten Ohren. Ist also alles subjektive Geschmackssache. Es kann nicht bestritten werden, dass innovative Virtuosen am Werk waren.
Wie es nach der Pause weiterging, können wir nicht berichten, da eben die Ohren eine Pause brauchten. Wir nehmen gerne anders lautende Kommentare (vor allem von Leuten, die sich mit Jaz wirklich auskennen) entgegen. Genossen hat die hier Schreibende dieses Konzert mit all seinen klanglichen und rhythmischen Überraschungen allemal.
Ein fulminanter Auftakt zum Polenmarkt! Also nix wie hin zu den nächsten Veranstaltungen.

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