2.2.09

Transmediale 09

Die Transemdiale 09 ist gestern in Berlin zu Ende gegangen. DEEP NORTH war das Thema: „IN THE WAKE OF CLIMATE CHANGE, ARE WE READY FOR A CULTURAL RE-THINK?"


Geistige Beweglichkeit war schon nötig, um die Ausstellung von der Spree her kommend zu finden im Haus der Kulturen der Welt, um zu verstehen, was die Transmediale eigentlich ist und was sie will, vor allem, wenn sich die Interessierten mit einem kurzen Blick auf die Website informieren wollen ... nun ist das Rätsel wenigstens halbwegs gelüftet. Medienkunst also mit einem thematischen Fokus. Mit den Worten der Veranstalter: „DEEP NORTH weist auf die enorme Zerbrechlichkeit und inhärente Instabulität im menschlichen Umgang mit globalen Systemen“ hin.

Hätte man das Haus der vom Hautpeingang her betreten, wäre einem die Temporalität, das Flüchtige sofort ins Auge gesprungen. Die weißen Zelt-/Bauplanen, vor dem Haus, im inneren Open Space, mit dem hellen Blau von Liegeflächen kombiniert, machten unmittelbar die Konzeption der Architektengruppe raumtaktik spürbar: Zeltcampatmosphäre für die virtuellen Nomaden, vielleicht aber auch für Klimaflüchtlinge, während die Polkappen mehr oder weniger still vor sich hin schmelzen.

Das unserer Meinung nach poetischste Werk der Ausstellung führt uns dies unmittelbar vor Augen und Ohren: Asmundsen / I-landscape, eine Sound- und Videoinstallation von Jan-Peter Sonntag. Ein schmelzender Eisblock mit Sonden auf einem Sockel, von den Sonden läuft ein Kabel zu einem Klangerzeuger? Mischpult? (der spärliche Erklärungstext erklärt nichts), von dort verläuft ein Kabel zum Kopfhörer, den die Besucher sich aufsetzen können, während sie auf einer „Insel“ stehen, einem kleinen Podest auf Metall, genau gegenüber einer großen Leinwand mit einem Videoloop. Ein von Wald umgebener See im Regen ist zu sehen, denkt man, da es aber an der norwegischen Küste ist, wird es wohl ein Fjord sein, in der Nähe des Hauses von Polarforscher Amundsen. Immerhin das erklärt der sogenannte Erklärungstext.

Die Hörerbetrachterin hört doppelt: über die Kopfhörer das Geräusch von Regen auf Wasser (und das Geräusch schmelzenden Eises?) und über den Körper: die tiefen Töne. Und das st ein unglaubliches Erlebnis. Mittendrin scheint man zu sein, im Regen, im Wasser, im Eis, in den Dingen – sobald man aber vom Podest tritt und nur noch über die Kopfhörer tritt ist es, als sei man lediglich Zuschauerin, stehe vielleicht an einem Fenster, es ist eine Distanz zwischen den Dingen und uns. Toll! Sofort fällt der Betrachterin der Film über Evelyn Glennie ein, aber das ist ein anderes Thema

Gerne wäre man länger mit den Sinnen in den Dingen geblieben, hätte gehört, bis man mit den Elementen verschmolzen wäre .... aber der langen Schlange gegenüber wäre das extrem unhöflich gewesen ... also weiter durch die Ausstellung schlendern ... später vielleicht dazu mehr.

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